Herrmann - Computer und Internet Service
Computer und Internet Service

Augen auf beim Speicherkauf! Gefälschte Flashspeicher

USB-Sticks und SD-Karten sind beliebt: Sie bieten eine kostengünstige Möglichkeit, die begrenzte Speicherkapazität von Notebook oder PC aufzurüsten, sie dienen als externer Ort für Back-ups und sie erleichtern den Datentransport von einem Gerät zum anderen. Außerdem sind sie robust und leicht zu handhaben. Die praktischen Alltagshelfer kann man in enormen Größen kaufen, sodass für jeden Bedarf der richtige Flashspeicher erhältlich ist. Aber nicht immer stimmen die Angaben von Verkäufern. Schlimmer noch: Den Betrug merken selbst aufmerksame Anwender manchmal zu spät – Datenverlust droht.


Gefälschte Sticks und Karten


Das Problem sind gefälschte Speichermedien. In den Produktbeschreibungen und sogar auf den professionell gestalteten Verpackungen der Fälschungen sind die Angaben zur Speicherkapazität dreist gelogen: Da ist die Rede von beispielsweise 128 GB, in Wirklichkeit passen auf den Stick aber nur 4 oder 8 GB Daten. Das allein ist schon ärgerlich, aber immerhin können getäuschte Verbraucher versuchen, den Kauf rückgängig zu machen und sich das Geld wiederzuholen. Im Einzelfall gestaltet sich so ein Versuch zwar schwierig, weil Betrüger nach dem Erhalt des Geldes in der Regel unerreichbar sind. Der finanzielle Schaden hält sich jedoch in Grenzen.


Viel schwerer wiegt der Verlust von Daten, die an keiner anderen Stelle gesichert sind. Denn der Etikettenschwindel ist auch technisch implementiert: Der Computer, die Digitalkamera oder das Smartphone prüfen beim Anschließen des Speichermediums nicht, wie groß der Platz tatsächlich ist. Die Geräte lesen die Kapazität nur oberflächlich aus der Firmware der Speichermedien und zeigen sie im Dateiexplorer an. Die in der Firmware hinterlegten Angaben lassen sich aber leicht manipulieren, sodass ein Betrüger dort eintragen kann, was er will. So werden aus Speicherzwergen, die es schon oft als Werbegeschenk gibt, Hochleistungsspeicher mir riesigen Volumina.


Werden auf einen derart manipulierten Flashspeicher nun Daten abgelegt, beschreibt das System den zur Verfügung stehenden Platz ganz normal, bis er aufgebraucht ist. Bei weiteren Schreibversuchen erfolgt aber nicht etwa eine Fehlermeldung oder der Abbruch des Vorgangs. Stattdessen beginnt das System einfach von vorne und überschreibt die bereits belegten Stellen mit den neueren Daten. Wer beispielsweise seine Fotosammlung auf so einen Stick verschiebt, verliert dadurch fast alle Fotos, weil der Vorgang nur dem äußeren Anschein nach regulär abläuft. In Wirklichkeit wird aber nach und nach alles, was nicht passt, einfach gelöscht, und der Verlust lässt sich nicht reparieren.


Vor dem ersten Einsatz Speicher prüfen


Verhindern kann man dies nur, indem man vor der ersten Benutzung mit einem Tool die tatsächliche Speichergröße von Sticks und Karten prüft. Für Computer und Notebooks mit Windows lässt sich dies mit H2testw durchführen. [1] Der Test kann je nach Größe des zu prüfenden Mediums eine ganze Weile dauern und muss evtl. zweimal durchgeführt werden. Aber Achtung: Das Programm überschreibt den gesamten Speicher. Vor der Ausführung sollte man daher alle Daten, die sich evtl. darauf befinden, anderweitig ablegen.


Mit 100%iger Sicherheit kann man dem Betrug nicht aus dem Weg gehen, weil auf den üblichen Vertriebswegen wie den Online-Auktionshäusern massenhaft gefälschte Verkäuferprofile Seriosität vortäuschen, wo sie nicht gegeben ist. Wenn Sie unsicher sind, weil ein Angebot zu schön ist, um wahr zu sein – dann ist es auch fast immer unwahr. In einem aktuellen Test waren fünf von neun bestellten Speichermedien betrügerisch manipuliert. [2] Herrmann CIS berät Sie gerne bei der Auswahl des richtigen Speichers, der zu Ihrem System passt, günstig ist und garantiert hält, was er verspricht.



Quellen
[1] https://www.heise.de/download/product/h2testw-50539

[2] https://www.swr.de/marktcheck/fake-speicherkarten/-/id=100834/did=21256076/nid=100834/ozam43/index.html