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Gebrauchte Festplatten kaufen und verkaufen - aber sicher

Gebrauchte SSDs und Festplatten sind beliebt auf Marktplätzen wie eBay und Amazon. Die Weiterverwendung ist ökologisch sinnvoll und Käufer sparen Geld. Als Verkäufer bekommt man noch ein paar Euro, die direkt in einen neuen PC oder ein besseres Laufwerk für das Notebook fließen. Worauf muss man beim Handel mit gebrauchten Speichermedien achten?

Für Käufer gebrauchter Festplatten und SSDs: S.M.A.R.T.

Festplatten und SSDs sind Verschleißteile, die nicht endlos laufen. Gebrauchte Platten werden in einem sehr guten Zustand, aber auch kurz vor Lebensende angeboten. Als Käufer sieht man einer Platte von außen nicht an, wie verlässlich sie noch arbeitet. Um das herauszufinden, gibt es eine bewährte Technik, die Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology, kurz S.M.A.R.T. Unabhängig vom Betriebssystem speichert S.M.A.R.T. eine ganze Reihe von wichtigen Daten einer Festplatte oder SSD, die auch beim Umzug in einen neuen PC erhalten bleiben. Dazu gehören die Summe der Betriebsstunden, die Anzahl der Einschaltvorgänge und bei SSDs die Menge der geschriebenen und gelesenen Daten. Vor allem kritische Parameter wie defekte oder wieder zugewiesene Sektoren, ausrangierte Speicherzellen oder heftige Erschütterungen vermerkt S.M.A.R.T., das wie ein Kilometerzähler beim Auto funktioniert, nur noch viel detaillierter ist.

Mit dem kostenlosen Tool CrystalDiskInfo (CDI) lassen sich alle unterstützten S.M.A.R.T.-Attribute einer Platte in einer grafisch übersichtlichen Darstellung anzeigen. Download und Installation von CDI sind einfach. Nach dem Start zeigt das Programm oben links im Fenster zusammenfassend den allgemeinen Gesamtzustand einer Platte an: Bei jeder Anzeige schlechter als gut sollte man die Platte an den Verkäufer zurückgeben.

Drei Tipps zur Verwendung von CDI:

  • Über Language in der Menüleiste lässt sich Deutsch als Sprache festlegen.
  • Über Optionen – Erweiterte Optionen – Rohwerte kann man durch Auswahl von 10 [DEC] außerdem die Darstellung der Rohwerte auf unser alltägliches Zehner-Zahlensystem umstellen. Das erleichtert die Interpretation der Werte, die sonst hexadezimal angezeigt werden.
  • Die Spalten Aktueller Wert und Schlechtester Wert stellen keine absoluten Summen dar. Es handelt sich um relative Zahlen, die teils abwärts, teils aufwärts gezählt werden und nur in Zusammenhang mit dem Grenzwert sinnvoll interpretiert werden können. Das erfordert etwas Einarbeitung. Alternativ verlässt man sich einfach auf die Anzeige des Gesamtzustands oben links im Programm.

Für Verkäufer: Daten sicher löschen

Anlässe, eine alte Festplatte zu verkaufen, gibt es viele: Der Austausch durch eine SSD bringt einen enormen Geschwindigkeitsgewinn, manchmal reicht der Platz der alten Platte nicht mehr, manchmal verkauft man sein altes Notebook komplett inklusive Platte … Egal, warum man verkauft, vorher muss man die Daten sicher löschen!

Die Dateien einfach in den Papierkorb zu verschieben oder schnelles Formatieren reichen nicht aus. Der Grund: Bei diesen Vorgängen werden gar nicht die vielen Nullen und Einsen, aus denen eine Datei besteht, von der Festplatte beseitigt. Es werden nur sehr wenige Bits in der Verweisstruktur geändert, die das Betriebssystem braucht, um auf die Dateien ordnungsgemäß zuzugreifen. Programme für die Datenwiederherstellung ignorieren diese Verweisstruktur einfach, lesen roh alles ein, was noch lesbar ist, und rekonstruieren daraus komplette Ordner mit Bildern, Briefen, Kontoauszügen und allen anderen Dateien.
 
Das lässt sich nur auf zwei Arten verhindern: Die erste Möglichkeit ist die vollständige physische Zerstörung des Datenträgers. Vollständig heißt, dass auch ein Fachmann das Medium nicht mehr reparieren kann. Diese Möglichkeit scheidet aus, denn eine zerstörte Festplatte will niemand kaufen.
 
Die zweite Möglichkeit ist das sichere Löschen mit einem Tool. Dabei wird die Platte mehrfach so überschrieben, dass von den alten Dateien garantiert nichts mehr übrig bleibt. Die Bedienung eines solchen Programms ist im Grunde nicht sehr schwer, man muss sich trotzdem sehr sicher sein, was man tut. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stellt eine detaillierte Anleitung dazu im Internet bereit. Aber Vorsicht: Vorher sollte man unbedingt ein Daten-Back-up anlegen und gegebenenfalls die Lizenz des Betriebssystems auslesen. Herrmann CIS hilft bei allen Fragen zu Back-up, Lizenz und sicherem Löschen.

Informationen und Downloads

CrystalDiskInfo: https://www.heise.de/download/product/crystaldiskinfo-59349
BSI: https://www.bsi-fuer-buerger.de/BSIFB/DE/Empfehlungen/RichtigLoeschen/DBAN/dban_node.html
Erläuterungen zu S.M.A.R.T.: https://de.wikipedia.org/wiki/Self-Monitoring,_Analysis_and_Reporting_Technology