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Mehr Schutz: der überwachte Ordnerzugriff

Mit dem letzten großen Update hat Microsoft sein Betriebssystem Windows 10 mit einer weiteren Funktion zum Schutz vor Ransomware ausgestattet: Der überwachte Ordnerzugriff verhindert das unerwünschte Löschen und Verschlüsseln von Dateien in geschützten Ordnern. Ist der Schutz aktiviert und konfiguriert, haben Verschlüsselungstrojaner kaum noch eine Chance, wertvolle Daten zu vernichten.

Voraussetzungen: Fall Creators Update und Windows Defender

Zwei Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit man den Ordnerschutz verwenden kann: 1. Das Betriebssystem muss auf dem aktuellen Stand sein. Die neue Funktion ist erst ab Windows 10, Version 1709 ("Fall Creators Update") vom Oktober 2017 verfügbar. 2. Der Ordnerschutz ist Teil des Windows Defender Security Center und funktioniert nur damit. Mit Virenprogrammen von Drittanbietern kann es zu Problemen kommen – dann ist die Überwachung der Ordner nicht möglich.

Ordnerschutz einschalten

Standardmäßig ist die neue Schutzfunktion deaktiviert. Um sie einzuschalten, geht man folgendermaßen vor:

  1. Über Start und das Zahnradsymbol links im Menü ruft man die Einstellungen auf.
  2. Innerhalb der Windows-Einstellungen gelangt man durch Klick auf Update und Sicherheit zum Menü Windows Update.
  3. Wieder auf der linken Seite klickt man Windows Defender.
  4. Im neuen Fenster ist mittig die Schaltfläche Windows Defender Security Center öffnen untergebracht. Ein Klick darauf bringt uns in die Sicherheitszentrale von Windows 10.
  5. Nun klicken wir das Schildsymbol links mit der Bezeichnung Viren- & Bedrohungsschutz und gelangen so zu einer weiteren Auswahl, wo wir auf Einstellungen für Viren- und Bedrohungsschutz klicken.
  6. Fast geschafft: Auf der neuen Seite ist relativ weit unten der überwachte Ordnerzugriff untergebracht. Mit Klick auf den Schieberegler wird er eingeschaltet.

Ordnerschutz anpassen, wenn nötig

Microsoft hat die Funktion in zwei Punkten so voreingestellt, dass die meisten Nutzer nichts mehr ändern müssen: Die typischen Ordner für Dokumente, Musik usw. sind bereits erfasst und vertrauenswürdige Programme wie Word können weiterhin auch in geschützten Ordnern Dateien verändern.

Wer noch weitere Ordner automatisch überwachen will, kann das ganz einfach durch Klick auf Geschützte Ordner und dann +Geschützten Ordner hinzufügen erledigen: Es erscheint ein Explorerfenster, in dem man wie gewohnt zum gewünschten Ordner navigiert. Anschließend klickt man noch auf Ordner auswählen und nun wird auch der manuell zugefügte Ordner überwacht.

Genauso einfach kann man zusätzlichen Programmen die Erlaubnis erteilen, trotz Schutz Änderungen vorzunehmen: Erst klickt man auf App durch überwachten Ordnerzugriff zulassen und anschließend auf +Zulässige App hinzufügen, es erscheint ein Explorerfenster, hier navigiert man zur *.exe-Datei des Programms und klickt Öffnen – fertig.

Nutzer älterer Windowsversionen

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, aber noch ein Windows 7 oder 8.1 verwendet, müsste eigentlich eine Lizenz für Windows 10 kaufen, um in den Genuss der neuen Funktion zu kommen. Aber bis zum Jahresende lassen sich auch ältere Windowsinstallationen noch kostenlos auf Windows 10 umsatteln – ein Entgegenkommen von Microsoft macht es möglich. Das verlängerte Gratis-Update ist zwar eigentlich für Nutzer von Unterstützungstechnologien vorgesehen (z. B. für Sehbehinderte), es funktioniert aber weiterhin auch für alle anderen Anwender. [1]

Was bringt der geschützte Ordnerzugriff?

Ransomware versucht ihre Opfer zu erpressen, indem sie Dateien auf dem PC oder Notebook verschlüsselt und zur Zahlung von Geld auffordert, andernfalls würden die Dateien gelöscht werden. Das typische Verhalten von Ransomware, binnen kurzer Zeit sehr viele Daten zu verändern, erkennen Antivirenprogramme bei neuer Ransomware heuristisch, dann ist es aber manchmal schon zu spät. Der geschützte Ordnerzugriff arbeitet anders: Eine Veränderung der Dateien ist grundsätzlich erst einmal untersagt – mit den wenigen Ausnahmen der erlaubten Programme.

Trotzdem: Der Ordnerschutz ersetzt auf keinen Fall ein Antivirenprogramm und erst recht keine regelmäßige Datensicherung! Eine defekte Festplatte kann auch der Ordnerschutz nicht reparieren und er überwacht auch nicht den Internetverkehr auf Bedrohungen. Es gilt also weiterhin, dass Virenschutz, Betriebssystem und Datensicherung aktuell gehalten werden müssen.Langzeiterfahrungen zur Wirksamkeit der neuen Funktion liegen noch nicht vor, aber erste Tests sind vielversprechend. [2]

Weitere Informationen

[1]
https://www.drwindows.de/news/kostenloses-upgrade-auf-windows-10-fuer-nutzer-von-unterstuetzungs-technologien-endet-am-31-12-2017
[2]
https://www.youtube.com/watch?v=fLabEyjHOjY

https://support.microsoft.com/de-de/help/4012987/windows-10-virus-threat-protection-windows-defender-security-center