Herrmann - Computer und Internet Service
Computer und Internet Service

Sicheres Online-Shopping (Teil 2)

Im letzten Beitrag ging es um die Schwierigkeit, vertrauenswürdige Internethändler von Betrügern zu unterscheiden. Hat man einen seriösen Shop gefunden und möchte dort etwas kaufen, lautet die nächste Frage, worauf beim Bezahlen zu achten ist. Denn auch dabei gibt es bessere und schlechtere Varianten.

Voraussetzung: Daten schützen!

Das Grundproblem beim Bezahlen im Onlineshopping ist zweigeteilt: Erstens gibt man seine Daten an jemanden weiter, den man nicht persönlich kennt. Zweitens geschieht dies über das Internet und damit ist ein PC, Notebook oder Smartphone in den Bezahlvorgang eingebunden. Das erste Gebot beim Bezahlen lautet daher, dass man nur verschlüsselte Verbindungen bei Dateneingabe und Zahlung akzeptieren sollte. Erkennbar sind solche Verbindungen in der Adresszeile des Browsers daran, dass sie mit "https" beginnen. Das bloße "http" ist nicht abhörsicher und daher ungeeignet.

Mit Viren infizierte Rechner dürfen für das Onlineshopping nicht verwendet werden! Wer nicht sicher ist, dass der PC sauber ist, sollte die Installation prüfen oder einem Fachmann anvertrauen. Verkauft man seinen Computer weiter oder lässt ihn reparieren, sollte man sich vorher zumindest aus allen Onlineshops ausloggen. So ist gewährleistet, dass niemand an Daten gelangt, der dazu nicht befugt ist.

Bargeld lacht

Schon aus Zeiten der Versandhauskataloge ist die Zahlung per Nachnahme beim Paketboten bekannt. Nachnahme ist beliebt, weil man Ware gegen Bargeld tauscht und der Versand sofort geschieht. Zwei Nachteile hat die Nachnahmezahlung aber: Paketdienstleister (und manche Händler) erheben eine Gebühr, und man weiß nicht, was in welchem Zustand im Paket enthalten ist. Prüfen kann man den Inhalt erst nach der Annahme.

Eine andere Möglichkeit der Bargeldzahlung bieten Onlineshops, die Filialgeschäfte betreiben oder mit ortsansässigen Händlern kooperieren. Der Ablauf ist je nach Anbieter leicht unterschiedlich, im Grunde handelt es sich aber immer um eine Vorkassezahlung: Im Geschäft bezahlt man die Ware mit Bargeld, der Händler vor Ort gibt die Lieferung an den Kunden dann beim Onlineshop frei.

Die Bargeldzahlung per Nachnahme oder Vorkasse schützt also nicht 100%ig vor Verlust des Geldes. Eine sorgfältige Auswahl des Händlers ist daher auch bei dieser Zahlweise unabdingbar. Einen großen Vorteil haben Bargeldgeschäfte aber: Käufer geben weder Konto- noch Kreditkartendaten aus der Hand.

Eine dritte Variante der Bargeldzahlung läuft ebenfalls über den stationären Handel: Auswahl und Bestellung geschehen online, die Lieferung erfolgt aber an eine örtliche Filiale, in der man erst bei Erhalt der Ware zahlt. Hier ist man auf der sicheren Seite, denn vor der Bezahlung kann man die Produkte auf Unversehrtheit und Vollständigkeit prüfen. Der einzige Nachteil: Die Lieferung erfolgt nicht nach Hause.

Lastschrift, Überweisung und Kreditkarte

Sehr bequem und sicher ist die Zahlung per Lastschrift. Man vertraut dem Händler zwar Kontodaten an, kann das Geld bei Problemen aber innerhalb von acht Wochen zurückbuchen lassen. Viele Händler belasten das Konto frühestens an dem Tag, an dem sie die Ware versenden. Eine regelmäßige Prüfung der Kontoauszüge reicht also aus, um sich vor Geldverlust zu schützen.

Bei einer Überweisung gibt es die Möglichkeit der Rückbuchung nicht. Sie eignet sich daher nur für Zahlung auf Rechnung, d. h. nach Erhalt der Ware, oder bei bekannten Händlern, bei denen man schon mal bestellt hat. Vorkasse und Überweisung bei unbekannten Händlern sollte man vermeiden.

Kreditkarten sind wie Lastschriften komfortabel und sicher. Statt der Kontodaten gibt man die Kreditkarten- und Sicherheitsnummer sowie die Gültigkeitsdauer ein, der Händler kann das Geld sofort reservieren und die Ware versenden. Der Vorteil für Kunden wie bei der Lastschrift: Ist die Ware nicht in Ordnung oder kommt gar nicht an, lässt man das Geld von der Kreditkartengesellschaft einfach zurückbuchen. Auch hier muss man aber regelmäßig die Kartenabrechnung prüfen! Noch geringer ist das Risiko mit Prepaidkreditkarten. Wie bei Prepaidhandys zahlt man auf diese Karten erst ein Guthaben ein. Mehr als man eingezahlt hat, kann nicht abgebucht werden.

Zahldienstleister und Smartphones

Bezahlsysteme wie PayPal oder Sofortüberweisung.de haben den Vorteil, dass Kunden ihre Zahlungen gebündelt in einem Portal verwalten können und nicht vielen unterschiedlichen Händlern ihre Daten preisgeben müssen. Der Dienstleister kennt die Kontodaten, der Händler aber nicht. Generell kann man bei diesen Diensten weder zu- noch abraten. Es gibt erhebliche Unterschiede zwischen den Anbietern, was ihre Verbreitung, die Sicherheit und die Möglichkeit der Rückbuchung von Zahlungen angeht. Bei manchen Systemen muss man einzelne Zahlungen mit PIN und TAN aus dem Onlinebanking autorisieren, man gibt also sehr sensible Daten einer dritten Partei. Wenn es bessere Alternativen gibt, sollte man darauf verzichten.

Kleine Beträge lassen sich unkompliziert via App oder SMS begleichen. Der Rechnungsbetrag wird dabei häufig auf die Mobilfunkrechnung aufgeschlagen bzw. vom Prepaidguthaben abgezogen. Bezahlen mit dem Handy ist sicher, solange der verwendete Dienst vertrauenswürdig ist und man das Smartphone nicht verliert.

Fazit

Die gute alte Lastschrift ist für die meisten Nutzer optimal: Es werden keine Kreditkartengebühren fällig, das Geld ist bei mangelhaften Lieferungen nicht unwiederbringlich verloren und die Lieferung verzögert sich nicht. Nutzt man den gesunden Menschenverstand und hält sich an seriöse Händler, kann dabei nichts schiefgehen.