Herrmann - Computer und Internet Service
Computer und Internet Service

Sicheres Online-Shopping (Teil 1)

Online-Shopping ist bequem, günstig, einfach und erfreut sich daher ungebrochen wachsender Beliebtheit bei den Verbrauchern. Die Schattenseite des Einkaufs vom Wohnzimmer aus: Betrug in den unterschiedlichsten Ausprägungen. Damit man nicht über den Tisch gezogen wird, sollte man ein paar Regeln beachten.

Verlockende Vorteile

Online-Shopping vereint gleich mehrere Vorteile: Mit Preissuchmaschinen findet man die günstigsten Angebote für ein Produkt, führt anschließend nur ein paar Klicks an PC, Notebook oder Smartphone aus, logt sich beim Händler ein, drückt auf den Knopf Jetzt kaufen und ein paar Tage später bringt der Paketbote die Bestellung zur Haustür. Bei Nichtgefallen schickt man die bestellte Ware einfach zurück, dank der gesetzlichen Regelungen über Fernabsatzverträge hat man 14 Tage Zeit für einen Widerruf.[1] So kann es zumindest laufen. Selbst die Beratung von Kunden verbessert sich immer mehr: In Live-Chats, via Telefon und E-Mails steht dem Käufer bei guten Shops fachkundiges Personal mit Rat und Tat zur Seite.

Fake-Shops

Aber nicht jeder Anbieter ist wirklich gut. Im schlimmsten Fall ist man auf einen sogenannten Fake-Shop hereingefallen. Die Betreiber solcher Seiten sind gar keine Händler und beabsichtigen auch nicht, die angebotene Ware zu verschicken. Sie wollen einfach die Daten und das Geld gutgläubiger Menschen stehlen. Ihre Server und Konten sind in der Regel im Ausland und eine Strafverfolgung ist damit ziemlich aussichtslos. Woran erkennt man gefälschte Online-Shops?

Auf vielen dieser Seiten häufen sich fürchterliche Fehler bei der Rechtschreibung und Grammatik in den Produktbeschreibungen. Das liegt an den schlechten maschinellen Übersetzungen, die die Betrüger verwenden. Viele tote Links, eine fehlerhafte Programmierung und Seitenanzeige kommen auch häufig vor, weil die Betreiber ihre Seiten nur schlampig erstellen und bei Fehlern nichts reparieren. Die Preisgestaltung ist ebenfalls häufig extrem auffällig: Viele Produkte kosten denselben Preis und sind außerdem unglaublich günstig. Ein PC, der bei allen anderen Händlern um die 1000 Euro kostet, wird für 250 Euro angeboten – das ist wirklich zu schön, um wahr sein zu können. Außerdem fehlt es gefälschten Shops am Impressum: Jeder seriöse Händler platziert an gut auffindbarer Stelle den Firmensitz und Kontaktdaten. Betrüger machen sich oftmals nicht mal die Mühe, ein Impressum zu fälschen.

Seriöse Händler

Im Gegensatz dazu überzeugen vertrauenswürdige Händler durch eine überprüfbare Anbieterkennzeichnung, transparente AGB sowie Versandkosten, die leicht aufzufinden sind, und die Preise sind realistisch. Zertifikate wie "Trusted Shops" oder "s@fer shopping" vom TÜV Süd dokumentieren, dass man auf einer sicheren Seite gelandet ist. Zwar verwenden auch Betrüger ohne Erlaubnis die Grafiken solcher Zertifikatsstellen, aber diese Fälschungen lassen sich dann beim Zertifikatsgeber nicht überprüfen, bei echten Zertifikaten ist das problemlos möglich.

Viele kleine Einzelhändler und große Warenhausketten betreiben den Online-Handel als zweites Standbein. Auch bei solchen Angeboten ist man normalerweise gut aufgehoben und der Service ist oftmals besonders engagiert. Ortsansässige Handwerker leben von ihrem guten Ruf und bieten nicht nur Güter, sondern auch Dienstleistungen online an. Auf ihre Arbeit kann man sich bei einem online abgeschlossenen Auftrag genauso verlassen als wäre man im Geschäft gewesen.

Internetforen und Portale zur Händlerbewertung werden gerne als Informationsquelle empfohlen: Etwas Recherche vor einer Bestellung, wie die Erfahrungen anderer Käufer mit einem Shop sind, kann nichts schaden. Aber hier darf man auch nicht alles glauben, was so geschrieben steht. Sowohl positive als auch negative "Erfahrungsberichte" werden gefälscht. Das heißt nicht, dass die Recherche sinnlos wäre. Man muss nur aufpassen, ob die Berichte glaubwürdig sind. Hunderte Warnungen vor Betrug sind in der Regel ein guter Hinweis, dass man einen Händler nicht wählen sollte.

Auktionen und Drittanbieter

Auf Seiten wie eBay und im Marketplace von Amazon bieten unterschiedlichste Personen und Firmen ihre Waren an. Pauschal kann man bei solchen Angeboten weder zu- noch abraten. Schwarze Schafe gibt es in jeder Herde. Es hilft aber wie immer der gesunde Menschenverstand: Gibt es Bewertungen von anderen Käufern? Ist der Preis nachvollziehbar? Macht das Angebot insgesamt einen seriösen Eindruck? Amazon löscht immer wieder die Accounts von Betrügern, und mit den speziellen Käuferschutzsystemen ist man bis zu einem gewissen Grad auf den großen Plattformen sowieso sicher. Aufmerksam sollte man aber trotzdem sein.

Fazit

Der Online-Handel ist bequem, aber auch unübersichtlich, denn zahllose Anbieter werben um Kundschaft. Man darf nicht blind dem günstigsten Preis hinterherhecheln, denn dann bekommt man mitunter gar nichts und ist sein Geld los. Vor der ersten Bestellung bei einem Shop sollte man daher auf die genannten Merkmale achten und nur dann online kaufen, wenn der Händler es verdient.

Quellen und weitere Informationen

[1]
https://www.verbraucherzentrale.de/So-funktioniert-der-Internet-Einkauf-2

[2]
https://www.safer-shopping.de/

http://www.trustedshops.de/