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Computer und Internet Service

Staub im Computergehäuse

Wenn die Temperaturen im Sommer auf 30 °C oder mehr klettern, kommt auch so mancher PC ins Schwitzen: Sporadische Abstürze, unerwartetes Runterfahren, Leistungseinbußen und erhöhte Lautstärke sind Anzeichen eines Hitzestaus. Im schlimmsten Fall droht sogar der Defekt des Rechners. Mit einer vorsichtigen und gründlichen Reinigung lässt sich dies verhindern.

Staub führt zum Hitzetod

Hitzebedingte Probleme treten nicht nur, aber besonders oft im Sommer auf. Der Grund dafür ist einfach: So gut wie jedes Notebook und die meisten PCs werden von der umgebenden Raumluft gekühlt, die von Lüftern in das Gehäuse gesaugt wird. Im Sommer ist die Luft nun mal vergleichsweise warm und hat daher nur geringes Kühlpotenzial.

Mit der Raumluft kommt aber auch eine ganze Menge Staub in den Computer, selbst in den saubersten Haushalten und auf einem glatten Fußboden lässt sich das nicht vermeiden. Im Laufe der Zeit sammelt sich auf allen Bauteilen unweigerlich eine Staubschicht an, die wie eine Decke den Abtransport der Hitze durch den Luftstrom behindert. Was in den kühleren Jahreszeiten häufig noch ausgeglichen werden kann, schlägt im Sommer voll durch: Schon eine um wenige Grad zu hohe Temperatur kann dann dazu führen, dass CPU und Grafikkarte als Schutzmaßnahme runtertakten, also langsamer arbeiten, oder dass der Rechner abstürzt. Im schlimmsten Fall greifen die Schutzmechanismen zu spät und die Komponenten sterben den Hitzetod – dann lassen sie sich in der Regel auch nicht mehr reparieren.

Das erste Anzeichen für das drohende Unheil ist oft eine ungewohnte Lautstärke. Diese rührt von intelligenten Lüftersteuerungen her: Wenn die Sensoren eine zu hohe Temperatur melden, drehen die Ventilatoren schneller, um den Luftdurchfluss zu erhöhen. Dabei entsteht Krach, den man keinesfalls ignorieren sollte. Besser reinigt man das Gehäuse und die Bauteile vom Staub, sodass die Temperaturen sinken. Ein PC lässt sich vom Laien leichter reinigen als ein Notebook, aber je nach Modell und mit etwas Geschick kann man auch diese Geräte vom gröbsten Staub befreien.

Sicherheit geht vor: Strom raus!

Egal, was man im Inneren eines Computers anstellen will, das oberste Gebot lautet: Stecker ziehen! Andernfalls droht ein elektrischer Schlag! Außerdem darf man auf keinen Fall das Netzteil öffnen – auch dann nicht, wenn es vom Stromnetz getrennt ist, denn Kondensatoren könnten immer noch lebensgefährliche Spannungen speichern. Bevor man elektronische Bauteile berührt, sollte man sich auch auf jeden Fall erden, z. B. an einer Heizung.

Richtig reinigen

Der Staubsauger ist für die Innenreinigung eines PCs nur sehr eingeschränkt geeignet, denn seine Saugleistung ist einfach zu hoch. Passt man nicht auf, hat man schnell ein Kabel aus seinem Sockel oder einen Widerstand aus dem Mainboard gerissen. Daher sollte man den Staubsauger nur für den Gehäuseboden und evtl. vorhandene Staubfilter an den Lufteinlässen verwenden. Auf gar keinen Fall darf der Staubsauger direkt an die Lüfter (Ventilatoren) gehalten werden. Diese drehen sonst viel zu schnell und ein Lagerschaden ist die Folge.

Am gründlichsten und komfortabelsten reinigt man den Rechner, indem man alle Komponenten ausbaut und einzeln behandelt. So lassen sich auch verklebte Ablagerungen entfernen. Wer sich das nicht zutraut, kann aber einfach die Seitenteile des Gehäuses abnehmen und den Rest zusammengebaut lassen. Für eine Verbesserung der Kühlleistung sorgt auch eine weniger gründliche Reinigung.

Als Hilfsmittel sind saubere Pinsel, ein kleiner Blasebalg und gegebenenfalls Druckluft aus der Dose empfehlenswert. Mit einem vorsichtig geführten, weichen Pinsel streicht man zunächst über das Mainboard, die verbauten Karten und alle Stellen, an denen sich Staub befindet. Ein härterer Pinsel darf es sein, wenn es an die Kühlkörper geht. Das sind die Metallblöcke auf der CPU und der Grafikkarte, die direkt mit den Lüftern verbunden sind. Die Kühler bestehen in der Regel aus vielen Lamellen, zwischen denen der Staub sehr fest sitzen kann. Ohne einen Ausbau wird man sie nicht vollständig säubern können, weil man nicht überall hinkommt. Die gröbsten Ablagerungen werden dem Pinsel aber schnell nachgeben. Auch ganz leicht angefeuchtete Wattestäbchen können verwendet werden, wenn die Lamellen nicht zu dicht beieinandersitzen. Man sollte das dünne Metall aber nicht verbiegen. Der Abstand zwischen den Lamellen ist für die Luftzirkulation gedacht.

Druckluft aus der Dose kann man günstig im Fachhandel kaufen. Die Leistung ist sehr gut, z. B. auch zwischen den Lamellen der Kühlkörper. Es ist aber Vorsicht geboten: Aufgrund der extremen Kälte der Dosenluft kann es schnell zu Kondenswasser kommen. Um dies zu vermeiden, sollte man nur sehr kurze und gezielte Stöße abgeben und nicht etwas das gesamte Innenleben großflächig besprühen.

Eine Menge Staub wird durch die Behandlung nach unten rieseln. Wer nichts auseinanderbaut, fängt also am besten oben an und arbeitet sich nach unten vor. Am Ende saugt man einfach alles weg, was sich am Boden des Gehäuses gesammelt hat.

Notebooks reinigen?

Viele moderne Notebooks sind komplett verklebt oder so konzipiert, dass sie von Anwendern nicht geöffnet werden sollen. Dann hat man leider keine Chance. Es gibt aber auch Modelle, für die es explizite Anleitungen gibt, wie man sicher den Kühlkörper und den Lüfter erreicht. Wer es sich zutraut, kann nach einer offiziellen Anleitung vorgehen und mit Pinsel und Druckluft arbeiten. Vorbildlich sind hier die Hardware Maintenance Manuals der Thinkpads zu erwähnen.[1]

Was man nicht machen darf: Den Staubsauger von außen an die Lüftungsschlitze halten. Das würde auch bei Notebooks zum Lagerschaden des Lüfters führen. Nur dann, wenn man die Lüfterblätter von außen sicher festklemmen kann, beispielsweise mit einem Zahnstocher, darf man den Staubsauger ansetzen.

Fazit

Staub im Computergehäuse ist gefährlich, lässt sich aber recht einfach beseitigen. Auch wenn man noch keine Auswirkungen bemerkt, lohnt sich eine Reinigung: Je kühler das System, desto länger halten die Komponenten. Der Verstaubung vorbeugen kann man durch Filter, die es im Fachhandel zu kaufen gibt, die man aber auch einfach selbst basteln kann.[2]

Quellen und Tipps

[1] http://thinkwiki.de/Hardware_Maintenance_Manuals

[2] https://www.youtube.com/watch?v=Fr0jko18_8Q