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Computer und Internet Service

Die beste Freeware - seriös und gratis

Der beste PC und das beste Notebook nützen nichts, wenn man nicht die richtige Software hat. Für die vielfältigen Aufgaben, die Programme heutzutage erledigen, gibt es eine schier unüberschaubare Anzahl an Angeboten. Da fällt es schwer, die Spreu vom Weizen zu trennen. Eine Grundausstattung, mit der die allgemeinen Bedürfnisse gedeckt werden, lässt sich glücklicherweise zum Nulltarif realisieren. Wie geht das und was sind die wichtigsten Programme?

Freeware – gratis und sehr gut

Programme, deren Quellcode offen für jedermann ist, werden als "freie Software" bezeichnet. Davon abzugrenzen sind die Programme, für die Privatanwender nichts bezahlen müssen: Sie sind sogenannte Freeware. Freie Software ist oft auch Freeware und umgedreht, aber die beiden Begriffe sind nicht synonym.

Die Weisheit "Was nichts kostet, ist auch nichts wert" gilt bei Freeware ganz und gar nicht. Denn weder hinsichtlich des Funktionsumfangs noch der Stabilität, Kompatibilität oder der regelmäßigen Pflege mit Updates zur Erhaltung der Sicherheit muss sich Freeware verstecken. Auf der anderen Seite gibt es Software zu kaufen, die die Erwartungen nicht erfüllt. Kurz: Gute und schlechte Programme gibt es in beiden Lagern. Es drängt sich die Frage auf, wie es überhaupt sein kann, dass brauchbare Software verschenkt wird. Immerhin bestehen auch einfache Programme schon aus vielen Zeilen Code und die Entwicklungsarbeit ist immens.

Die Antwort ist von Fall zu Fall verschieden. Einige kommerzielle Softwareschmieden vertreiben abgespeckte Versionen ihrer Kaufprogramme gratis. Die Nutzer sollen so einen Eindruck gewinnen und sich erst nach gewissenhafter Prüfung entscheiden. Mitunter entschließen sich Hersteller auch, den Quellcode älterer Programme offenzulegen, sodass die interessierte Öffentlichkeit diesen nutzen und weiterentwickeln kann. Nicht nur in solchen Projekten engagieren sich Enthusiasten, die auch gänzlich neue Programme mit viel Liebe und unter großen Zeiteinsatz entwerfen.

Dabei ist die ursprüngliche Triebfeder nicht selten der persönliche Bedarf: Weil es eine gute Lösung für das Problem xy noch nicht gibt, setzen sich kompetente Programmierer in ihrer Freizeit hin und schreiben eine perfekt zugeschnittene neue Anwendung. Weil ursprünglich kein Gewinnerzielungsinteresse besteht, sondern die Problemlösung im Vordergrund steht, hat sich innerhalb der unabhängigen Entwicklergemeinde eine gute Kultur des Austauschs und der gegenseitigen Hilfe gebildet. Eine Software nur für sich alleine zu entwickeln und sie anderen vorzuenthalten, ist in solchen Kreisen gar nicht gewollt. In gewisser Weise sind die Programmierer mit ehrenamtlich Tätigen vergleichbar, die auch nicht zu Erwerbszwecken handeln, sondern um der Sache willen.

Erfolgreich wachsende Projekte haben dabei durchaus professionelle Strukturen etabliert. Ihr größter Vorteil besteht in der großen Anzahl der Mitarbeiter: Viele Augen sehen viel. Fehler im Code, vor allem Sicherheitslücken, lassen sich so schnell finden und reparieren. Wird eine Software gratis angeboten, ist dies also kein Grund misstrauisch zu sein. Da Ausprobieren nichts kostet, schadet ein Blick auf die folgenden Programme sowieso nichts.

Office und viel mehr

Zeitschriften und Internetseiten veröffentlichen immer wieder endlos lange Listen der besten Freeware. Die Grundausstattung ist aber im Grunde recht leicht zusammengestellt: Nutzer brauchen ein Office-Paket, ein ordentliches PDF-Programm, Möglichkeiten für die Medienwiedergabe und -verwaltung sowie für die Bildbetrachtung und -bearbeitung. Manche dieser Aufgaben lassen sich auch mit den Bordmitteln von Windows realisieren, dann aber oftmals weniger komfortabel als mit der entsprechenden Freeware.

Für alles, was man sonst mit Microsoft Office anstellen könnte, gibt es als Alternative das kostenlose LibreOffice.[1] Das Paket beinhaltet Programme für die Textverarbeitung (Writer), Tabellenkalkulation (Calc), das Erstellen von Präsentationen (Impress) und Grafikdokumenten (Draw), einen Formeleditor (Math) und sogar einen Datenbankmanager (Base). Wer von Microsoft Office kommt, wird sich in der Benutzeroberfläche von LibreOffice schnell zurechtfinden. Keine Angst: Das Öffnen und Speichern in den gängigen Microsoft-Formaten beherrscht LibreOffice.

Eine leistungsfähige Alternative zu Adobes PDF-Programmen gibt es in Form des PDF-XChange Viewers und seines Nachfolgers, dem PDF-XChange Editor (gratis in der Lite-Version).[2] Zu seinen Vorzügen gehört u. a. die OCR-Texterkennung in mehreren Sprachen. Mit einer Vielzahl von Werkzeugen lassen sich Dokumente übersichtlich annotieren, markieren und bearbeiten.

Eine weitere Alternative zur Konkurrenz von Adobe bietet die äußerst umfangreiche Bildbearbeitung GIMP.[3] Statt gleich zum teuren Photoshop zu greifen, sollten Hobbyfotografen dieser Freeware eine Chance geben. GIMP unterstützt das Arbeiten auf mehreren Ebenen, verfügt über viele Automatiken zur Bildoptimierung, lässt dem ambitionierten Anwender aber auch alle Freiheiten zur manuellen Retusche, Lichtgestaltung, Kanalmischung usw. Mittels Plug-in lassen sich auch Raw-Dateien importieren und bearbeiten.

Wer seine Bilder weniger bearbeiten und vor allem komfortabel betrachten will, greift zum IrfanView.[4] Das Programm ist schlank, schnell, stabil und kann über 70 verschiedene Dateiformate anzeigen. Rudimentäre Funktionen zur Bearbeitung sind ebenfalls enthalten. IrfanView ist ein leicht zu bedienender Klassiker, den jeder haben sollte.

Last, but not least muss jeder Rechner hin und wieder Musik oder Videos wiedergeben. Als Standard hat sich dafür der VLC media player etabliert.[5] Dieses kleine Programm kann so gut wie jedes Format wiedergeben, außerdem auch DVDs und Streams aus dem Internet. Dabei ist der VLC auch nicht wählerisch, ob die Dateinamenerweiterung mit dem Inhalt der Datei zusammenpasst oder ob sie teilweise beschädigt ist. Wo andere, auch teure Software kapituliert, spielt der VLC player ohne Schwierigkeiten weiter. Der Player kann auch verwendet werden, um Streams aufzuzeichnen. Sollte es doch mal irgendwo haken, sind Lösungen dank des Supports und der riesigen Nutzergemeinschaft oft schnell gefunden.

Wer seine Mediensammlung nicht nur abspielen, sondern auch optisch ansprechend verwalten will, braucht ein Media-Center. Als erste Wahl gilt hierbei Kodi, früher unter dem Namen XBMC bekannt.[6] Zum Funktionsumfang gehört der automatische Abruf von Medieninformationen zu Filmen und Serien samt Cover, Inhaltsangaben und Bewertungen diverser Plattformen. Die Mediendateien lassen sich innerhalb von Kodi wie in einem professionellen Katalog durchsuchen, nach verschiedenen Parametern ordnen und selbstverständlich auch wiedergeben. Wer seine Mediensammlung auf einem NAS gespeichert hat, kann mit Kodi bequem von jedem Client aus darauf zugreifen.

Weitere Informationen und Downloads

[1]
https://www.heise.de/download/product/libreoffice-76509

[2]
https://www.heise.de/download/product/pdf-xchange-viewer-44939

https://www.heise.de/download/product/pdf-xchange-standard-23210

[3]
https://www.heise.de/download/product/gimp-4678

[4]
https://www.heise.de/download/product/irfanview-1965

[5]
https://www.heise.de/download/product/vlc-media-player-14724

[6]
https://www.heise.de/download/product/kodi-ehemals-xbmc-media-center-55082