Herrmann - Computer und Internet Service
Computer und Internet Service

E-Mails

Trotz populärer Messanger wie WhatsApp ist und bleibt die E-Mail ein fester Bestandteil der alltäglichen Kommunikation: Mit E-Mails lassen sich bequem beliebige Anhänge verschicken, die Möglichkeiten zur Verwaltung der Mails sowie Kontaktdaten sind unerreicht und mit den entsprechenden Vorkehrungen sind auch sensible Daten in E-Mails sicher aufgehoben. Sogar wenn ein Notebook gestohlen wird oder wenn man den PC reparieren lassen muss, sind Nachrichten nicht unwiederbringlich verloren. Das Potenzial der E-Mail ist also riesig. Um es richtig ausschöpfen zu können, sollten Anwender einige grundsätzliche Entscheidungen treffen und Einstellungen vornehmen.

Webmail via Browser oder E-Mail-Client

Bei jedem der großen E-Mail-Anbieter gibt es heute die Möglichkeit, den Dienst komplett über einen Browser zu nutzen (z. B. Firefox oder Chrome), die Installation eines eigenen E-Mail-Programms ist in solchen Szenarien nicht nötig. Man spricht dabei von "Webmail" oder "Webmailern". Die Alternative zu Webmail besteht darin, ein Programm wie Thunderbird zu installieren. Solche Programme werden als "E-Mail-Clients" bezeichnet. Mit ihnen werden Daten vom Server des Anbieters heruntergeladen und dorthin heraufgeladen. Der Client ersetzt also den Browser. Beide Varianten – Browser oder Client – haben Vor- und Nachteile, die richtige Wahl hängt von den eigenen Bedürfnissen ab.

Eine Generalaussage über die verschiedenen Webmailer ist schon deswegen nicht möglich, weil sie sich im Leistungsumfang, der Zuverlässigkeit und der Übersichtlichkeit teilweise stark voneinander unterscheiden. Allen gemeinsam ist, dass die E-Mails und Kontaktdaten ausschließlich auf den Servern der Dienstanbieter gespeichert sind, wenn Nutzer keinen Client verwenden. Das bedeutet einerseits, dass unabhängig vom Standort und Gerät ein Zugang zu allen Daten möglich ist, solange ein Internetzugang vorhanden ist. Andererseits bedeutet es aber auch, dass ohne Internetverbindung sämtliche Daten unerreichbar sind. Außerdem ist der Speicherplatz bei Webmailern nicht unbegrenzt, daher muss man früher oder später etwas löschen. Selbst bei kostenpflichtigen Diensten gibt es ein Speicherlimit.

Hier kommen die Vorteile von Clients ins Spiel: Man kann Nachrichten und Kontakte aus solchen Programmen exportieren, archivieren, in neue Systeme importieren – alles ohne Begrenzung des Anbieters. Auch ohne Internetverbindung ist es mit Clients möglich, die bereits heruntergeladenen E-Mails zu lesen, Antworten vorzubereiten und Kontakte zu bearbeiten, denn die Daten sind lokal gespeichert. Wenn die Verbindung wieder hergestellt ist, werden automatisch alle Änderungen mit dem Server synchronisiert. Weitere Vorteile von Clients: Mit der richtigen Konfiguration bleiben alle Geräte automatisch auf dem aktuellen Stand und mehrere E-Mail-Konten lassen sich leicht unter einer einzigen Oberfläche verwalten (dies beherrschen manche, aber längst nicht alle Webmailer). Bei Bedarf ist übrigens auch für Nutzer eines Clients ein Log-in über die Webseite des Anbieters möglich, z. B. wenn man im Urlaub ist und das eigene Notebook zuhause gelassen hat.

Thunderbird: Client mit Junkfilter, IMAP-Standard und Verschlüsselung

Der Thunderbird ist ein seit Jahren bewährter und beliebter Client von Mozilla. Wie auch beim Browser Firefox gibt es eine Vielzahl leicht zu installierender Erweiterungen, mit denen Funktionen und Aussehen angepasst werden können. Besonderer Trumpf des Thunderbird ist sein lernfähiger Spamfilter: Wenn man im Postfach unerwünschte Werbemails findet und sie mit einem einfachen Klick konsequent als "Junk" markiert, lernt der Filter im Laufe der Zeit, Spam selbstständig zu erkennen. Auf Wunsch verschiebt Thunderbird solche Mails automatisch in einen eigenen Ordner, den Nutzer dann nur noch gelegentlich mit Blick auf die Betreffzeilen prüfen sollten. Die Bedienung ist also denkbar einfach. Ein Kalender zur Termin- und Aufgabenplanung ist im Thunderbird ebenso enthalten. Auch hier ist die Bedienung einfach gehalten. Dank einer intelligenten Erkennung lassen sich Termine aus einer Mail mit wenigen Klicks in den Kalender übertragen.

Standardmäßig verbindet sich der Thunderbird mit den eingerichteten E-Mail-Konten über IMAP und nicht über POP3. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Protokolle, über die sich Client und Server miteinander verständigen. Generell ist IMAP die bessere Wahl, denn es verbindet einige Vorteile von reinem Webmail mit denen eines Clients: Löschen, schreiben oder verschieben Nutzer im Client eine Nachricht, sorgt IMAP dafür, dass diese Änderungen mit dem Server synchronisiert werden – und umgekehrt werden Änderungen, die man auf dem Server vornimmt, mit dem Inhalt des Clients synchronisiert. Besonders nützlich ist IMAP, wenn man mehrere Computer benutzt, denn auf allen Geräten bleibt der Client auf dem aktuellen Stand. Löschen Nutzer z. B. eine Mail auf dem Desktop-PC, wird diese Änderung auch auf dem Laptop durchgeführt – automatisch. Mit POP-Verbindungen ist das nicht möglich, denn POP eignet sich nur zum Abholen von Nachrichten aus einem Postfach.

Nicht zuletzt ist die einfache Erhöhung der Datensicherheit ein großer Vorzug von Clients: Der Thunderbird beherrscht von Hause aus S/MIME und mit Erweiterungen auch PGP, womit eine sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und das digitale Signieren von E-Mails möglich sind. Auch dies ist zwar mittlerweile mit einigen Webmailern möglich, aber weniger komfortabel. Der Vorteil einer solchen Verschlüsselung: Außer dem Empfänger kann niemand – auch nicht der Anbieter – den Inhalt der Mails lesen.

Fazit

Für geringere Ansprüche reicht Webmail oftmals aus. Es kann aber jeder bedenkenlos die Vorzüge des Thunderbird ausprobieren: Der Client steht gratis zum Download, man muss nichts kaufen, bei der Einrichtung hilft ein Assistent.


Downloads und Hilfe
https://www.mozilla.org/de/thunderbird/
https://support.mozilla.org/de/products/thunderbird